Heirats- und Sexmarkt Réunion

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Moderator: Deborah Imig

Heirats- und Sexmarkt Réunion

Beitragvon Gérard » Samstag, 25. Nov 2006 00:01

Die Zahl der Kontaktanzeigen und auch die Anzahl der Agences Matrimoniales auf der Insel ist gewaltig! Man braucht nur abends ab 20h Radio Freedom mit der berühmten, legendären Sendung "Chaleur Tropicale" hören, um zu sehen, dass auf dieser kleinen Insel so richtig Gas gegeben wird! Das offizielle Comité de Tourisme macht ebenfalls seit Anfang 2006 rührige Werbung in den Pariser Metros, um Schwule aufzufordern, im Sexparadies Réunion Urlaub zu machen! Die Réunion wird seit Monaten von den Behörden ganz offiziell als Sextraumland angeboten, wer hätte sich so etwas jemals vorstellen können?

Wir haben es auch mit der wirklich eindrucksvollen Auswanderungswelle der Gente feminine zu tun, die das Leben in Europa vorzuziehen scheint. Die Bauern in Zentralfrankreich lassen für eine Reunionesin jede Polin oder Tschechin stehen, deren Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Frauen perfekt an die schwierigen Verhältnisse auf den Bauernhöfen anpassen können!

Gibt es wirklich so eine Art Sextourismus auf der Insel, ist die Anzahl der Diskotheken proportional zum Befreiungsdrang der Inselfrauen, was sagen die Männer dazu?

Vor Jahren wollten reunionesische Frauen noch um jeden Preis von ihrer Insel wegziehen, Paris, Nizza oder Toulouse waren Traumziele jeder Frau, doch scheint sich die Situation geändert zu haben. Wer bleibt heute noch auf der Insel, wen treibt es fort und wohin? Ist die Insel zu "eng", zu wenig kulturelles Angebot, zu "harte" Männer, zu wenig Attraktionen?

Grosse Diskussion, danke für Ihre Beiträge!
Gérard
 
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Chaleur tropicale

Beitragvon kessler » Mittwoch, 29. Nov 2006 09:34

Die überaus witzige Sendung ist abends auch auf Internet über Radio Freedom zu verfolgen, wirklich hörenswert, wie ungezwungen sich die Menschen hier auf dem Markt anbieten!
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Werbung für Reunion?!

Beitragvon rolf.imig » Sonntag, 03. Dez 2006 13:29

Ich bin vielleicht jetzt etwas spießig, aber meiner Meinung nach sollte Reunion mittel- bis langfristig als Premium-Destination (vergleichbar z.B. mit Hawaii) beworben werden.

Die Voraussetzungen dafür (Natur, Infrastruktur, Kulturen, Sehenswürdigkeiten, ...) sind eindeutig vorhanden.

Und dann so eine extrem spezifische Zielgruppenwerbung wie die von Gérard erwähnten Filmchen in der Metro für Homosexuelle?! :?

Die primäre Zielgruppe, nämlich die zahlungskräftige (obere) Mittelschicht, die bereit ist, für Hotels über 100 € pro Übernachtung auszugeben, ist anscheinend noch nicht oder mit zu geringem Erfolg beackert worden.
Wieder so eine der sehr sonderbaren Marketingaktionen des CTR, ist das der Mut der Verzweiflung?! :roll:

Grüße,
Rolf
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Tourismus

Beitragvon Gérard » Sonntag, 03. Dez 2006 21:49

Nun ja, Rolf, bei der Kampagne des CTR wurden immerhin 15 Millionen Euro für die Zielgruppe Schwule ausgegeben. Also keine kleinen Filmchen, sondern massive 4 x 3 Werbung in den grossen Metrobahnhöfen Frankreichs, Werbefilme und Ganzseitenanzeigen! Es handelt sich dabei um ein überdurchschnittlich gut verdienendes Publikum, reiselustig und nicht so auf dei Details schauend wie der Normaltourist. Dabei handelt sich um ein Bruttopotential von 8 Millionen Franzosen und auf der anderen Seite eine geduldige und aufnahmebereite Bevölkerung.

Den Premiumtourismus kann ich mir auf Réunion beim besten Willen nicht vorstellen. Jeder Maskarenenreiseführer empfiehlt die Natur auf Réunion und die Hotels auf Mauritius.

Trotz vielfältiger Bemühungen in den letzten 15 Jahren und der Subventionierung von 4-Sternehotels, gibt es doch heute kein einziges mit Mauritius vergleichbares Hotel auf Réunion! Im Grand Hôtel des Mascareignes in Boucan Canot werden die Touris, die es wagen um 13 Uhr zum Essen zu kommen, in eine Pizzeria des Ortes geschickt, im Luxushotel St-Alexis nimmt einem niemand den Koffer ab und in einem Nachbarhotel, auch 4-Sterne, gibt es Nahrungsmittelvergiftungen und besoffene Kellner. In 2 Sternehotels jaulen die Hunde in den Hinterhöfen (steht heute im JIR der Insel), in den Hotels in den Bergen modert es gewaltig und der dort gehaltene Standard entspricht den 60er Jahren in Europa. Réunion kann heute einfach noch nicht mit Dubai, Mauritius oder den Seychellen konkurrieren.

Gewiss, es sollte in diese Richtung, wie in Hawaii, gehen. Aber mit den Sozialgesetzen, dem hohen Preisniveau und dem meist arbeitsunwiligem Personal, bedingt durch die hohen staatlichen Hilfen, ist hier auch in den nächsten Jahren nichts zu machen. Für Premiumbesucher aus Mauritius konnte man sich bisher auf der Réunion nur schämen, denn das Niveau ist einfach unvergleichbar. Die Réunion hat den Trumpf der Bergwelt, man kann als Wanderer oder Hotelgast mit wenig Ansprüchen und gefülltem Portemonnaie sicher auf seine Kosten kommen. Und so gesehen hatte das CTR mit der Kampagne recht, denn kaum ein deutscher, erfahrener Mauritiustourist würde sich den mangelhaften Empfang auf Réunion gefallen lassen.

Es sollten Überlegungen angestellt werden, wie man dem Tourismus dort wirklich auf die Sprünge hilft und nicht, wie bisher, riesige Bettenburgen im Luxusbereich zu subventionieren, die nach 10 Jahren Karenzzeit der Steuerabschreibung als Appartements parzelliert weiterverkauft werden.

Wirklich interessante Initiativen, die dem Land neue Bereiche erschliessen würden, ich denke hier z. B. an das Hotel Maïdo, werden vom Staat links liegengelassen (der Besitzer, ulkigerweise der ehem. kreolische Unternehmerspräsident der Réunion, ist bereits verbittert nach Neuseeland ausgewandert). Gerade hier sehe ich eine einmalige Chance für den naturnahen Bau von Berghotels für Wanderer und Seminarteilnehmer, ganz speziell aus Deutschland!!!
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Beitragvon Gérard » Dienstag, 12. Dez 2006 23:20

Im JIR der letzten Woche war zu lesen, dass die Insel Réunion eine neue Tourismusstrategie suchen würde, denn das Ergebnis der letzten zwei Jahre wäre mehr als ernüchternd gewesen. René Barrieu, der Direktor des Tourimusboards, gab zwar an, dass viele Hotel des Westens wieder auf 70% Auslastung wären, jedoch die grosse Masse der Tourismusberufe weiterhin nachhaltige Probleme hätten.

Die grosse Aktion "Gays Friendly", der alle grossen Tourismusorganisationen der Insel angeschlossen sind, bringt anscheinend auch nicht das verhoffte Resultat. Das CTR schlägt heute vor, "langsamere" Angebote zu machen, d.h. weniger Aktivitäten, dafür mehr Träume und Verlangen zu schaffen. Die Leute wollen mehr Ruhezeiten vom Alltagsstress, eher Strandurlaub und keine komplizierten Freizeitgestaltungen. Der Charme der Insel, die Offenheit der Bewohner soll ausgespielt werden und nicht die eher schwer konkurrenzfähigen Hotelanlagen.

Als ob die Réunion jemals die Insel Mauritius konkurrieren könnte! Die Réunion ist eine ganz eigenwillige Mischung von Kulturen und von Freizeitmöglichkeiten zwischen den Bergen, dem Vulkan und der Lagune. Dieses besser herauszuheben wäre nun wirklich im Interesse von allen Beteiligten!
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