Campingplätze, Fährverbindung

Alles, woran man vor Abflug denken muss: Reisemedizin/Reiseapotheke, geeignete Campingartikel und Wanderschuhe, Packlisten, ...

Moderator: Deborah Imig

Campingplätze, Fährverbindung

Beitragvon Uwe » Dienstag, 27. Jun 2006 13:17

Hallo liebe Inselfreunde,

zwei Fragen:

Ich besitze eine Karte auf der einige Campingplätze an der Küste Reunions eingezeichnet sind. Gibt es auch welche in den Bergen, bzw. ist freies (wildes) Campen erlaubt oder wird es geduldet?

Gibt es regelmäßige Fährverbindungen nach Madagaskar? Habt ihr Tipps wie man von der kleinen auf die große Insel kommt ohne teuer zu fliegen?



Dank + Gruß

Uwe
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Beitragvon Kimba » Freitag, 25. Aug 2006 09:48

Hi Uwe,
ich lebe hier und bewege mich viel in den Bergen.
Es gibt wirklich nur einen campingplatz in Etang Salé. In den Bergen kann man an vielen Stellen wild campen, aber dazu muss man sich gut auskennen und der Rucksack wird ziemlich schwer. An bestimmten Stellen wird es geduldet, an anderen muss man hohe Geldstrafen befuerchten. Es gibt sogar viele Moeglichkeiten ohne Zelt (Hoehlen, Biwakschachteln ...)
Kimba. :)
Ich lebe auf La Réunion und gebe gerne Tipps: c.kindler(at)gmx.fr

Bis dann,
Kimba.
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Beitragvon Gérard » Donnerstag, 23. Nov 2006 17:56

Hallo Uwe! Campen kann ich auf der Réunion wirklich nicht empfehlen, es sei denn, wie Kimba richtig meint, man kennt sich gut aus! Wild zu zelten wird erstens wenig von Gemeinden oder ONF geduldet, zweitens ist es auch ziemlich gefährlich!

Zum zweiten Teil Deiner Frage: ja, es gibt unregelmässige Fährverbindungen nach Mada, die allerdings relativ teuer sind, so um die 220 Euro hin und zurück, allerdings mit bis zu 200 Kg Freigepäck! Es gibt auch ab und zu Katamaranverbindungen von Le Port oder St-Gilles aus, bei den betreffenden Besitzern im Hafen nachfragen und aufpassen, dass man dabei nicht in eine Schmuggelgeschichte hineingezogen wird!

Es gibt auch ab und zu schnelle, kleine Privatmaschinen von St-Pierre aus nach Mada, dort bei M. Lebon nachfragen (Flugplatz Pierrefonds)!
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Gérard

Beitragvon Kimba » Donnerstag, 30. Nov 2006 11:48

Hallo Gérard,
bist du eigentlich noch hier?
Wenn ja, schau doch 'mal beim "tchatchez deutsch" vorbei. Donnerstags ab 20.00, 3 Brasseurs, St. Denis, 1. Stock. Telefon: 0692-52 83 78.
Ich lebe auf La Réunion und gebe gerne Tipps: c.kindler(at)gmx.fr

Bis dann,
Kimba.
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Brauereien

Beitragvon Gérard » Donnerstag, 30. Nov 2006 16:46

Lieber Chris, leider nur ab und zu sporadisch zwischen Nosy Bé und der Réunion! Aber danke für die Einladung, ich hätte sie gerne angenommen!
Gérard
 
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Beitragvon Uwe » Donnerstag, 30. Nov 2006 23:34

Hallo Kimba und Gérard,

danke für die Antworten.

Nun hab ich das Problem nicht zu wissen an welcher Stelle man ein Zelt aufbauen darf ohne mit Strafe rechnen zu müssen. Zunächst mal vorausgeschickt, ich hab bisher vor allem osteuropäische Gebirge bewandert. Soweit es keine Nationalparke oder sonstwelche Schutzgebiete sind kann man auch ein Zelt zur Übernachtung aufbauen, oder auch mal zwei Nächte - je nach Kondition - am Platz bleiben. Es gibt m.W. auf Reunion mehrtägige geführte Touren die wohl auch ein paar Nächte zelten.

Es gibt aber Länder die freies Campen erstmal grundsätzlich untersagen. Wie ist das auf Reunion?
Zur Gefahr: was meinst Du damit Gérard? Wenn man in der Nähe von Schutzhütten campt kann man beklaut werden. In Rümänien und Bulgarien ist die potentielle Gefahr ein Braunbär...

Nun hab ich andere Beiträge hier im Forum grad gelesen die Reunion als hochpreisig betiteln. Aus Fernsehbeiträgen kenn ich solche Blechdachhütten, Dörfer in den Bergen und ich frag mich wie geregelt die Niederlassung denn wirklich abläuft. In Deutschland wohnen z.B. Leute ganzjährig im Wohnwagen, das kommt auf die Gemeinde drauf an, evtl. wird untersagt den Erstwohnsitz dort anzumelden. Irgendwie kann ich nicht glauben unbedingt eine teure Mietwohnung auf Reunion nehmen zu müssen.
Schreibt doch bitte mal was, evtl. will ich bleiben ;-) Was kosten 500 Quadratmeter Berg?

Gruß

Uwe
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Aussteigen und Campen !

Beitragvon Gérard » Freitag, 01. Dez 2006 10:29

Hallo Uwe, danke für Deine interessante Frage! Wildes Campen ist auf der Réunion grundsätzlich verboten, wird aber in manchen Fällen toleriert. Es gibt in den Bergen ausgewiesene Plätze zum Zeltaufstellen, wo campen möglich ist und eine oder zwei Nächte fernab der Zivilisation in einem Zelt zu verbringen, ist durchaus toleriert.

Damit kommen wir auf das leidige Thema der Sicherheit. Die Forstbehörde ONF und die Gemeinden geben solche Verbote ja nicht zu ihrem Vergnügen heraus, sondern stützen sich auf Erfahrungen der letzten Jahre. Die Réunion weist eine galoppierende Demographie auf, die Kriminalität auf der Insel steigt gewaltig an (obwohl man dazu einschränkend sagen muss, dass sich das dépt. Réunion im nationalen Schnitt auf Platz 44 von insges. etwa 100 Départements hält, die Spitze ist Guyana und Paris). Doch drängen zehntausende und hunderttausende von Jugendlichen aus dichten Stadtrandvierteln in zivilisationsfreie Gebiete, um ihren Mietsbunkern und dem Elend dieses sozialen Rahmens entgehen zu können. In diesen Kreisen wird der ausgezeichnete Charetterhum bis zum Umfallen getrunken und mit dem überall erhältlichen, billigen Haschisch zusammen genossen. Und das ist das Hauptproblem für die Bhörden und deshalb wurden auch alle Zufahrtsforststrassen in die Berge mit Schranken versperrt, um diese "Privatfeste" im einsamen Bergwald einzudämmen.

Es gab Fälle von Überfällen von Campern und ich selbst bearbeitete als Vertreter des deutschen Konsuls 1995 an einem Mordfall einer deutschen Touristin in Cilaos.

Doch zur Ehrenrettung der Réunion darf man sagen, dass es sicher nicht gefährlicher ist, als in den Pyrenäen oder den Seealpen zu wandern, die Vorsichtsmassnahmen sind die selben!

In den Bergen und Wäldern leben, ja, das geht auch Uwe! Aber auch in der berauschenden Natur der Regenwälder der Insel sind es vor allem die sozialen Kontakte, die ALLES entscheiden! Es geht also um das Miteinanderauskommen, das Verstehen, das Sichanpassen und das alleine ist schon ein gewaltiges Unterfangen! Man kann sich dann auch wunderbar an der Natur erfreuen und muss nicht Besitzer eines Stückes Natur sein, um dort glücklich leben zu können. Also ausprobieren!

Zu den Grundstücken und Mietpreisen! Mieten sind auf der Réunion unter anderem derartig hoch, weil der Grund sehr teuer ist und auch die Baumaterialien von weit her kommen. Ein Quadratmeter Baugrund am Meer und davon z. B. einen Kilometer entfernt, ist nicht unter 1.000 Euro zu haben, in den Bergen kann man noch miese Lagen (also mit Hang, delabrierte Nachbarschaft, unmögliche Zufahrt) um die 300 Euro bekommen. Doch attention! Alle Grundstücke haben Auflagen. Für eine landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Fläche benötigt man ein Diplom einer entsprechenden Schule (2 bis 3 Jahre Ausbildung). Deutsche Zertifikate werden allgemein in Frankreich nicht anerkannt, d.h. ein deutscher Landwirt muss seinen Abschluss in Frankreich (oder Réunion) nachholen! Es verbleiben nicht bebaubare Gründe und Baugründe. Dabei ist der Verwaltungsaufwand nicht zu unterschätzen und auch die jährliche Grundsteuer, plus Gemeindeabgaben.

Doch gibt es auf der Réunion noch viele interessante Ecken, wo sich kleine Gemeinschaften auf ein verlassenes Ilet zurückgezogen haben oder auch kleine Hütten irgendwo in den Cirques bewohnen.

Eine traditionelle Anlaufstelle dafür ist Ilet à Cordes. Es gibt aber auch andere Gemeinschaften auf der Insel, kommt darauf an, was Du suchst: indische, traditionelle Kultur, Leben der kleinen Weissen, Aussteigercamps von Europäern, Rastafarikulturen, Aussteiger à la créole, Landwirtschaft oder Fischerei.

Aussteigen stellst Du Dir also mit Wohnwagen oder Zelt vor. Aber warum denn die Réunion Uwe?
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Beitragvon Uwe » Samstag, 02. Dez 2006 00:01

Vielen Dank Gérard,

nein, als Aussteigen will ich es nicht bezeichnen, sondern als Beginn. (Ich rauche ja nicht mal ;-)
Ich such die Grenzen einer Insel, damit die Konzentration auf das Tagwerk nicht verloren geht. Außer Wissen und Können (und vielen Ideen) hab ich nichts zu bieten, (sicher Zertifikate die auch in F anerkannt werden - Handwerk), aber es muss ohne großes materielles Futter möglich sein dort was aufzubauen. Es gibt sicher günstigere Voraussetzungen, ja klar, aber darauf kann ich nicht warten.
Die Nähe zu Madagaskar spielt eine große Rolle und der europäische Status von Reunion auch.
Bis jetzt reicht es nicht mal für eine Reise, tja, aber man checkt eben mal Möglichkeiten. Die ganze Welt steht offen, überall gibts Für und Wider...

Gruß
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Reunionesische Träume

Beitragvon Gérard » Samstag, 02. Dez 2006 11:10

Du hast keine finanziellen Mittel, aber viel Mut und Willen! Dann würde ich Dir nicht unbedingt zur Réunion raten! Die Insel ist hochzivilisiert, als Deutscher bist Du dort ganz unten an der sozial-verhärteten Leiter und nur mit Abenteurertum oder mit Wirdschonklappenmentalität geht dort wirklich nichts mehr. Das war vielleicht mal vor 15 oder 20 Jahren so, aber heute sind Arbeitsplätze sehr rar, von Massen von jungen französischen Spezialisten aus dem kalten Norden Frankreichs oft nur für ein Butterbrot heiss umkämpft!

Die verwaltungstechnische Nähe zu Europa sollte Dich eher abschrecken, als in Sicherheit wiegen. Die ist nämlich sehr trügerisch und verführt zu Vorstellungen, die meist überhaupt nicht eingehalten werden. Die Réunion ist im Herzen noch eine französische Kolonie mit all ihrem Charme, doch das moderne Leben belegt heute alle Bereiche und der Stress der Businesswelt der Insel ist mit der Hektik in Paris durchaus vergleichbar.

Wenn auswandern und Abenteuer suchen, dann aber richtig und nicht in dieser Banlieue Frankreichs, Uwe! Die Welt ist gross und es gibt viele Länder, in denen Du grössere Chancen hast, ein billigeres Eintrittsticket und viel, viel mehr Möglichkeiten! Eines davon hast Du ja bereits aufgeführt.
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Beitragvon Uwe » Montag, 04. Dez 2006 19:14

Aha! Nagut. Danke für die klaren Worte.

Besagtes schon erwähntes Land kenne ich ja auch. Man stellt sich ja erstmal vor in "Europa" mehr Rechtssicherheit zu haben und ein "bisschen" Standart in der medizinischen Versorgung ist ein starkes Argument. Nachdem die Wahlen nun aber scheinbar ein klares Ergebnis bringen, steigen die Chancen wieder auf der großen Insel anzulanden - Nosy BeBeBe dann also.

Gruß
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Beitragvon Gérard » Montag, 04. Dez 2006 20:12

Das mit der medizinischen Versorgung ist natürlich ein Argument - sie ist auf der Réunion wirklich ganz ausgezeichnet. Doch beim Auswandern sollte man so nach und nach auch mal das deutsche Sicherheitsdenken (Versicherungen, Rente, Justiz) auf die Seite schieben und einfach leben!

Madagaskar ist eines der letzten grossen Abenteuerländer und dort ist wirklich noch alles zu machen. Man kann heute dort Kaiser sein und morgen persona non grata, mit 1000 Euro wochenlang als Millionär leben und im Lächeln eines zerlumpten Kindes den Sinn des Lebens sehen.

Ganz allgemein für Aussteiger kann ich nur die Seite routard.com und die Homepage von Bobby Schenk, dem Weltumsegler empfehlen!
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