Warnung vor geschäftlichen Aktivitäten auf Réunion !

Alle Fragen zu Jobs, Jobsuche, Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen, Bewerbungen, Steuern etc.

Moderator: Deborah Imig

Warnung vor geschäftlichen Aktivitäten auf Réunion !

Beitragvon kessler » Dienstag, 21. Nov 2006 19:08

Déborah hat mich freundlicherweise in diese Diskussionsrunde eingeladen, um hier meine Meinung zur Wirtschaft auf der Insel Réunion zu geben! Ich weiss nicht, ob ihr das Freude machen wird, aber ich kann nur jedermann/frau davor warnen, hier zu leichtsinnig vorzugehen!!!

In diesem Rahmen möchte ich auch auf die Seite www.xing.com, Rubrik Gruppe Indian Ocean hinweisen, wo auch Déborah die wirtschaftlich-positiven Seite der Insel Réunion darstellt! Sie meint, es "würde sich lohnen, auf Réunion zu investieren". Das kann ich erstens nicht nachvollziehen, noch verstehen! Es fehlt auch ihrerseits jegliche Argumentation. So will ich mal meine Erfahrungen zum Besten geben, übrigens auch auf Xing unter den Meinungen der Teilnehmer nachzulesen.

Ich selbst studierte fast zwei Jahre lang auf der Insel und war auch wirklich begeistert von den Menschen und der Landschaft! Im Zuge meines VWL Studiums analysierten wir eben diese ausländischen Investitionen. Das Ergebnis war ernüchternd. Die Réunion verspricht sehr hohe Subventionen (höhere gibt es nur in Island, Irland und Estland), diese kommen aber nur selten zur Auszahlung, sind an irrsinige Bedingungen geknüpft und nicht selten gehen Investoren noch vor der Firmengründung wieder verärgert weg. Banken unterstützen Deutsche prinzipiell nie (wir bekamen zur Antwort, dass franz. Banken aus Sicherheitsgründen dort nur franz. Bürger finanzieren), die franz. Verwaltung geht mit Deutschen sehr rüde um und einige wenige Familien üben ein umfassendes mafiamässiges Protektorat auf die Wirtschaft aus!

Europa ist weit und die Einbindung in die EU und Frankreich ist trügerisch. Sie verdeckt die traditionellen sozialen und politischen Strukturen der Insel, die mental noch weit vom europäischen Denken entfernt sind. Vetternwirtschaft, Bestechung, simples Mobbing sind an der Tagesordnung. Jeder einheimische Händler kann zudem seine Verbindungen spielen lassen, um im Handumdrehen den Konkurrenten vom Zoll festsetzen zu lassen oder sonstige witzige Dinger zu drehen.

Nichts zu sagen gegen kleine Restaurants oder Pensionen, wenn man vor allem nicht unbedingt auf die Einnahmen angewiesen ist. Banken akzeptieren ja auch Einlagen von dt. Bürgern, aber hallo! Ihr lebt in anderen tropischen Ländern doch wesentlich billiger und stressfreier!

Ich kenne keinen einzigen deutschen Geschäftsmann, der dort Furore gemacht hätte, ja, eigentlich nur sehr traurige Geschichten. Die Deutschen dort sprechen untereinander französisch, um nicht aufzufallen, sind dann auch meistens Franzosen geworden, um es dort überhaupt geschäftlich zu überstehen! Ich kann mir also nicht denken, warum man gerade Deutschen das Business dort schmackhaft machen sollte! Ich erinnere mich an die Geschichte der Insel Tonga, die auch mal um Investoren gebeten hatte und es war für alle ein riesiger Reinfall!

Also Réunion ja, zum Urlaubmachen, für ein Austauschstudium ist es ok! Für Geschäfte würde ich erst mal Insider ansprechen!
kessler
 
Beiträge: 18
Registriert: Dienstag, 21. Nov 2006 17:53
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Gérard » Mittwoch, 22. Nov 2006 18:40

Ich war 14 Jahre lang Geschäftsmann auf der Réunion und investierte in folgende verschiedene wirtschaftliche Bereiche: Tourismus, Medizinwesen, Biolandwirtschaft, Edelsteinschleiferei, Kommunikation, Lebensmittelgrosshandel (Import-Export), Verlagswesen und noch zwei weitere kleinere Engagements. Ich denke also die Insel sehr gut zu kennen, zumal ich Mitglied der Handelskammer, der Handelsschule und Präsident der Kaufmannsgilde von St-Louis war. Ausserdem war ich stark politisch engagiert (Gemeinderat) und in kirchlichen Wohlfahrtsverbänden tätig.

Die Réunion hat sicher einen eigenen Kodex und für einen Nordeuropäer ist der Umstieg bestimmt nicht einfach. Wenn sich die Réunion beim Urlaubmachen oder beim Studium höchst spannend und angenehm-exotisch darstellt, so ist die Geschäftswelt dort doch viel exotischer, als man in einem, der Bezeichnung nach, europäischen Land annehmen möchte. Auch als Ausländer kann man auf der Réunion Erfolg haben und ich interveniere eben in diesen Tagen für eine deutsche Firma für medizinische Geräte, um sie auf den dortigen Markt dauerhaft einzuführen. Eine eingehende Beratung und eine objektive Marktforschung sind dabei unumgänglich. Der Markt der Réunion ist, wie auf jeder Insel, begrenzt (es ist eine Illusion, sich von dort aus auf andere Inseln ausbreiten zu wollen), schnell zu sättigen und viele französische Firmen versuchen, in diesem Markt zu bestehen. Und doch schaffen es immer wieder Ausländer, sich dort einen Platz zu schaffen und sich ihre Welt aufzubauen. Es gibt auch Beispiele für deutsche Erfolge in der Fischzucht, in der Schreinerei, Architektur-Design, Hotelbranche, Modellbau und nicht zuletzt auch in der Brauerei, denn unser gutes Bier BOURBON wurde in den sechziger Jahren von einem bayrischen Brauer nach dem Hacker-Pschorr-Rezept gebraut!

Im Gegensatz zu dem, was hier gesagt wurde, darf ich anmerken, dass die Réunion sehr wohl auch Deutschen reichliche Subventionen anbietet! Der Conseil Régional ist allerdings durch zahlreiche Subventionsjäger ein gebranntes Kind und will Garantien für diese Investitionen vorgelegt haben! Es ist natürlich absolut tödlich, auf sein Glück zu vertrauen und dort genauso wie irgendwo anders ein beliebiges Business aufbauen zu wollen. Die Réunion ist ein Hochpreisland, das Leben dort ist teuer, der Erfolg lässt oft auf sich warten und vielen jungen Unternehmern gehen in dieser Phase die finanziellen Mittel aus. Das ist dann meist auch der Grund für das schlechte Image der Geschäftswelt - der Europäer stellt sich das Leben und Wirken dort zu einfach vor! Nein, die Réunion hat hochqualifizierte Ansprechpartner, ein sehr hohes Niveau und bietet Abenteurern nur wenig Spielraum. Die sollten dann eher auf anderen Inseln oder dem afrikanischen Kontinent anfangen, als in der hochzivilisierten Welt der Réunion.

Ich kann abschliessend auf jeden Fall zu Investitionen auf dieser Insel raten, doch wirklich nur mit entsprechender Vorbereitung!
Gérard
 
Beiträge: 72
Registriert: Mittwoch, 22. Nov 2006 17:49

Beitragvon rolf.imig » Freitag, 24. Nov 2006 22:47

Hallo zusammen!

Ich bin Déborahs Mann und verfolge mit großem Interesse die Diskussion um Réunion als möglichen "Investitionsstandort". Die von Cornelia beschriebenen Zustände möchte auch niemand wegdiskutieren, es geht uns aber um eine etwas ausgewogenere Darstellung.

Nachdem Gérard mit all seiner Reunion-Erfahrung auf Investitionen "in großem Stil" eingegangen ist, möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf Engagements hinweisen, für die nicht unbedingt ein enormes Startkapital mit dem damit verbundenen Risiko erforderlich ist:
http://www.insel-reunion.de/geschaeftsp ... #vorschlag

Hier wären Kooperationen mit Einheimischen denkbar, um einigen der Startschwierigkeiten zu begegnen, die sich gerade Ausländern stellen.

Wie von Cornelia in Ihrem Beitrag oben angedeutet, ist auch auf Xing unter https://www.xing.com/app/forum?op=showa ... id=2849207 die Diskussion zu verfolgen!
Rolf Imig, Forum-Administration von Insel-Reunion.de
Benutzeravatar
rolf.imig
Site Admin
 
Beiträge: 33
Registriert: Samstag, 02. Apr 2005 12:43
Wohnort: Köln

Geschäftsideen auf Réunion, Teil 2

Beitragvon Gérard » Sonntag, 26. Nov 2006 13:34

Hier führe ich mal paar aufzunehmende Ideen für die Réunion an, die ich bereits irgendwie bearbeitet hatte und die sicher eine gewisse Rentabilität aufweisen könnten. Ohne Gewähr, aber mit Erfolgsaussichten!

Hundezucht, Hundepension, "Zyklon"-geschäft mit Taschenlampen, Kerzen, 1. Hilfe, Konserven, etc etc., Heilpraktikerpraxis, Orchideenzucht, Aquarienfische, Kinderspielzeug aus Holz, Biotragetaschen, Buchverlag, Reisebüro für ungewöhnliche Reisen, Seminarhotel im Regenwald, U-Bootausfahrten ab St-Gilles, Freizeitthemenpark "Piraten", Segelschiffverbindung nach Madagaskar, Sicherheitssoftware für Firmen (erkennt automatisch Kennzeichen, Gefahren,etc auf Videokameras), Skipistenhallenanlage am Vulkan, Salzgewinnung, Anmietung von Dächern für Solarstromerzeugung...........................


Zu den hier aufgeführten Ideen gibt es jeweils viel zu sagen...
Gérard
 
Beiträge: 72
Registriert: Mittwoch, 22. Nov 2006 17:49

Geschäftsideen auf Réunion !

Beitragvon Gérard » Sonntag, 26. Nov 2006 16:49

Also warnen kann ich hier nicht unbedingt vor geschäftlichen Ideen auf der Réunion und bin mit Frau Kessler nicht ganz einer Meinung!

Nach 14 Jahren auf der Insel und Moderator der "Indian Ocean Gruppe" aus www.xing.com kann ich lediglich sagen, dass so ein Schritt grosser Erfahrung bedarf!

Um diesen Meinungen entgegenzuwirken, bin ich gerne bereit, Geschäftsideen an dieser Stelle mit den Forumsbenutzern zu diskutieren! Gehen wir gleich mal die Liste von Déborah auf Seite 1 durch:

1) Kochbücher kreolisch-deutsch.

Sicher eine Marktlücke! Da ich selbst Autor bin und mit Verlagen wie Suhrkamp, Hoffmann&Kampe, Ullstein und Lattès eng zusammenarbeite, erlaube ich mir hier ein Urteil: es wäre wunderschön, wenn so ein Buch erscheinen würde! Doch ist es kein wirkliches Geschäft, sondern eher ein netter Zeitvertreib. Gewinnerwartung je nach Auflage 1000 bis 3000 Euro!

2) Dodobier

Kann man sich im Sortiment eines dt. Grosshändlers sicher vorstellen! Das Bier alleine zu vertreiben, ist kaum rentabel. Das kann bei berühmten Biersorten wie das CORONA aus Mexico mit seinem eigenwilligen Geschmack interessant sein, doch ähnelt das Dodo einfach zu sehr den populären bayrischen Bieren, als dass die breite Masse dafür mehr Geld ausgeben würde.

3) Sprachschulen auf Réunion

Ist sicher eine Marktlücke! Diese wird heutzutage durch die CCI-R und verschiedenen Vereinen ausgefüllt, d h hier ist mit der Marktbeobachtung anzusetzen und hier ist auch die Konkurrenz angesiedelt!


4) Au -pair Mädchenservice

Auch hier sehe ich vor allem eine Eingliederung in bereits bestehende deutsche Strukturen, um eine Rentabilität zu gewährleisten!


Herzliche Grüsse!
Gérard
 
Beiträge: 72
Registriert: Mittwoch, 22. Nov 2006 17:49

Re: Warnung vor geschäftlichen Aktivitäten auf Réunion !

Beitragvon Titus » Donnerstag, 21. Dez 2006 21:12

Ich muss der Frau Kessler in einigen Punkten schon Recht geben.

Es gibt eigentlich keinen wirtschaftlich vernünftigen Grund hier etwas anzufangen, ausser, es kommen vielleicht sentimentale Gründe hinzu.

Aber wenn man unbedingt will, dann geht es aber auch. Bin hier selbstständig seit über 10 Jahren, und weit weg davon Pleite zu gehen.

Ich hätte aber auch anderswo sicherlich auch was aufziehen können - wahrscheinlich mit weniger Kopfschmerzen und vielleicht auch noch mehr Kohle verdient.

Ist ja auch in Deutschland nicht ganz einfach sich selbstständig zu machen. Dort machen ja auch viele Leute wieder dicht.

Dann kommen bei manchen noch Sprachprobleme dazu, und natürlich kennt man auch das System nicht so gut. In Frankreich sind halt ein paar Sachen ein bisschen anders. Aber das ist im Mutterland genauso - halt anders. Bis man da so hinter manche Sache hintergekommen ist, vergeht ein eine gewisse Zeit- und teilweise kostet das halt dann auch Geld.

Sogar Sachen wie Gewerbesteuer wird ganz anders berechnet als in D'land, von Sozialversicherungen und Abgaben gar nicht erst zu sprechen.

So, dann will ich bei der Gelegenheit gleich nochmal zu einem Punkt Stellung nehmen:

kessler hat geschrieben: Banken unterstützen Deutsche prinzipiell nie (wir bekamen zur Antwort, dass franz. Banken aus Sicherheitsgründen dort nur franz. Bürger finanzieren), die franz. Verwaltung geht mit Deutschen sehr rüde um und einige wenige Familien üben ein umfassendes mafiamässiges Protektorat auf die Wirtschaft aus!

Banken unterstützen hier niemanden - das ist nicht auf Deutsche oder Ausländer gemünzt. Die geben Grundsätzlich nur Geld, wenn man selbst schon das 10-fache an Vermögen hat, das die belasten können.

Und die Verwaltung ist mit allen rüde - dahinter verstecken die ihre eigene Unfähigkeit. aber ich hab' auch schon ein paar ganz nette getroffen (hehe, sogar auf'n Finanzamt). Manchmal muss man nur nett zu denen sein, und genauso schallt es dann irgendwann aus dem Wald wieder raus (sind die nicht gewohnt.... sonst wird den nur immer an's Bein gepinkelt...)

kessler hat geschrieben:
und einige wenige Familien üben ein umfassendes mafiamässiges Protektorat auf die Wirtschaft aus!

Das ist reine Phantasie. aber ich gebe zu, dieses "Mafia"-Gerücht lassen hier bestimmte Klassen gerne kursieren. Ich vermute mal, Du hast da zuviel auf andere Leute gehört.
Zweck ist nur davon abzulenken, dass diese selbst nicht fähig sind eine Firma vernünftig zu leiten und damit Geld zu verdienen.

Ich habe mit verschiedenen grossen Namen der Insel hier Geschäfte gemacht. Dabei mit einigen von den "Namen" die gerne als Monopolisten hingestellt werden. Das geht, wenn man entsprechend Auftritt ohne Probleme- und ohne das die einem auf die Füsse treten.

Und Beispiele, wo jemand diesen ganz dick auf die Füsse getreten hat, und es trotzdem gut geschafft hat gibt es nun wirklich auch genug.

kessler hat geschrieben:Europa ist weit und die Einbindung in die EU und Frankreich ist trügerisch. Sie verdeckt die traditionellen sozialen und politischen Strukturen der Insel, die mental noch weit vom europäischen Denken entfernt sind.

Ja mental ist man hier weit weg. Und ich geniesse das (kann ich doch wenigstens auch mal am Samstag in Badelatschen und Shorts zu meinen Kunden gehen...)
kessler hat geschrieben:Vetternwirtschaft, Bestechung, simples Mobbing sind an der Tagesordnung. Jeder einheimische Händler kann zudem seine Verbindungen spielen lassen, um im Handumdrehen den Konkurrenten vom Zoll festsetzen zu lassen oder sonstige witzige Dinger zu drehen.
!

Bestechung??? Nur von Angestellten (Einkäufern) - bei Behörden mir nie untergekommen. Aber auch das muss (und sollte) man nicht mitmachen, wenn man nicht will. Geht auch. Und kommt's raus, wird der Mann gefeuert - und man selbst als Lieferant auch.

Vetternwirtschaft? Jo, kann man in Bayern aber auch sehr gut.
Mobbing: jo soll vorkommen, aber nicht an der Tagesordnung.
Ware vom Zoll festsetzen zu lassen???? Na, dann hat man aber schöne Schiete gebaut.
Ohne Grund können die einem rein gar nichts
Aber, wenn man natürlich sich nicht vorher schlau gemacht hat, und irgendwelche Waren bestellt, die entweder nicht den Sicherheitsvorschriften, den den EU-Verordnungen, oder anderen entsprechen (wie Marken-und Patentrecht), jo, dann kann das schon mal einen Tipp von einem "Neidhammel" geben.
Ist aber auch nicht an der Tagesordnung- denn meistens kennt die Konkurrenz die Bestimmungen genauso wenig, oder noch weniger.

Und: einige grosse Firmen hier sind auch schon mit sowas reingefallen.
Darunter auch einige, die gerne in den (obigen) "Mafia'-Phantasien genannt werden.
Wenn man Mist baut, dann muss man die Sauce halt auch auslöffeln.

So, dann noch mal zu Euren anderen Punkten:

Dodo-Bier:
na, dann verkauft mal schön Dodo in D'land oder andeswo.
Sobald die Marke platziert sein sollte, wird Euch Heineken einen netten Tritt in den Hintern geben, und sagen "danke mein Freund, aber wir machen das Geschäft jetzt selbst"
Die Brasserie de Bourbon ist 100%ige Tochterfirma von Heineken/Niederlande. Die können sowas besser als ihr (wenn sie wollen).
Dazu dürfte das preislich wohl kaum günstig in Europa ankommen.
Hinzu kommt noch: ich selbst trinke lieber Fischer :)

Sprachschule: jo fehlt hier.
Au-Pair Service: geht nicht. Au-Pair Status verlangt Sprachkurs !!

Andere (wie vom Gérard genannt)
hehe, musste stark lächeln über den Zyklon Laden.
Die Sachen verkauft hier doch jeder Tante-Emma Laden !
Den Regenwald für das Seminarhotel habe ich auch noch nicht gefunden (den Regen schon ! ) und in den Hafen von St.Gilles, mit seinem 1m20 Tiefgang wirst Du wohl kaum ein U-Boot reinbekommen.
Aber ein paar von seinen Anregungen könnten schon klappen.

Aber trotzdem bleibt die Frage: warum hier und nicht anderswo??
Das ginge anderswo einfacher, mit weniger Kapital, und wahrscheinlich mit weniger Behördenwahnsinn über die Bühne.

Die einzigen positiven Aspekte die ich an Reunion finden kann ist:
a) EU-> man braucht kein Visum
b) Sonne

Und die Sonne scheint auch anderswo.

Als ein paar Tipps, was ich hier noch für vernünftig halten würde:
- Schäferhundzucht !! echte Deutsche Schäferhunde (**gg**)
- mir fehlt hier ein Thai-Restaurant (hätte niemand mal Lust eines aufzumachen??)
- Vielleicht auch ein Sushi-Restaurant- aber ein gutes, mit importierten Koch aus Asien(bitte schön)
- Detektei (untreuen Ehefrauen hinterherschnüffeln)
- Wahrsager !! Hier hoch im Kurs, aber fest in der Hand der Guinéen.
Aber die kennt schon jeder als Betrüger.

Und für alle, die's mit dem Handlesen halt nicht so gut drauf haben bleibt immer noch
- ein gaaanz stinknormales Geschäft = möglichst billig einkaufen, Ware herholen und möglichst teuer verkaufen.
Damit kann man hier noch am besten sein Geld verdienen- und das kann jeder angelernte "Z'arabe" und Chinese auch.
An jedem selbst, es besser zu machen als diese.

Und dazu muss halt jedermann selbst schauen, was ihm da einfällt, in welchem Ort was fehlt, etc.
Aber: wenn's nicht klappen sollte, bitte nicht der "Mafia" die Schuld in die Schuhe schieben, manchmal hat's auch ganz andere Gründe.

Viel spass denne

(PS:) Gérard, verkäufst Du denn Dein Alkohol-Wässerchen nicht mehr??
Grüsse mir die Tochter vom Bokassa.
Titus
 
Beiträge: 65
Registriert: Mittwoch, 20. Dez 2006 23:09

Beitragvon Gérard » Freitag, 22. Dez 2006 10:17

Hier haben wir endlich wieder mal einen sehr konstruktiven Beitrag, voll aus dem Leben gegriffen und voller wertvoller Detailinformationen. Im Grossen und Ganzen bestätigt er eigentlich die Meinung von Frau Kessler. Um auf der Réunion zu investieren, müssen besondere Gründe vorliegen, denn Geschäfte machen kann man/frau anderswo auf alle Fälle besser.

Doch erkennt man an dem Artikel, dass man sich mit viel Ausdauer und Anpassungsfähigkeit auch in einem schwierigem Milieu behaupten kann. Wenn jedoch der einzige sichtbare Vorteil der Réunion im nicht verlangten Visum besteht, lässt das doch einige interessante Einblicke zu.

Auf Deine Anfrage hin: meine Alkoholicas verkaufe ich schon lange nicht mehr, seitdem ich 2002 alle meine Firmenanteile auf der Réunion verkauft hatte. Und die Geschichte um die Ehefrau des Kaisers Bokassa wird ab Anfang 2008 als Hardcoverausgabe bei Ullstein zu lesen sein! Um das Warten abzukürzen, kann ich Euch nur mein letztes Werk "Kämpfer der Hoffnung" empfehlen, ebenfalls bei Ullstein, es wird in 4 Wochen für 19,95 E auf dem deutschen Markt erhältlich sein. Es geht darin um das Leben und Wirken des Pater Pedro in Madagaskar. Sicher ein hochinteressantes Geschenk für Freunde, vor allem da auch die Réunion darin behandelt wird!

Ein frohes Weihnachtsfest für alle!
Gérard
 
Beiträge: 72
Registriert: Mittwoch, 22. Nov 2006 17:49

PARDON

Beitragvon Kimba » Donnerstag, 28. Dez 2006 13:39

Vergesst mir den Peter .... von pardon nicht!
Kimba
Kimba
 
Beiträge: 114
Registriert: Freitag, 09. Dez 2005 09:05
Wohnort: Saint Denis de La Réunion

Negativbeispiel

Beitragvon Titus » Mittwoch, 10. Jan 2007 10:02

So, mal ein nettes Negativ-Beispiel (mir heute passiert)
Glaube die Frau Kessler meinte sowas, mit Behördenwillkür, etc.

- am Montag fand ich eine Zollbenachrichtigung im Briefkasten: habe Pakete aus Japan erhalten, diese benötigen die Rechnung und (gegebenenfalls) ÜBERSETZUNG zur Verzollung
Poststempel 03.01. (Anmerk.: ggf. lag die schon Samstag im Briefkasten)

Gut, das Drama kennt man ja schon (ist bei fast jedem Auslandspaket so) - die Rechnung liegt sicherlich dabei,... nur versteht die mal wieder keiner, oder will die nicht verstehen können. Mein Lieferant macht die auf Englisch.

So, jetzt hat das Zollpostamt nur Montags, Mittwochs und Freitags geöffnet, von morgens (glaube so 7h30) bis 11h45
Also war's am Montag schon zu spät, ich fahre also heute morgen hin.
Notfalls habe ich mir die Proforma-Rechnung des Lieferanten nochmal ausdrucken lassen (damit kann man den Zollkrams auch zur Not erledigen).

Das Zollpostamt ist bei mir im Nachbarort. Also hin, Schlange stehen (recht kurz), ich bin dran.
"Rechnung???" , war die erste Frage
"Habe ich nicht", ist meine Antwort, "aber die müsste beigefügt sein";
"Ja, dann hätte der Zoll sie ja nicht benachrichtigt", meint die Schalterdame
"Doch machen die immer so - die verstehen keine englischen Rechnungen"

So, also schickt die Dame einen Kollegen los, die Pakete zu suchen und nachzuschauen, ob die Rechnungen dabei sind.
" Da sind keine Rechnungen dabei..." meinte er, als er zurückkommt.

Gut, ich gebe ihr also die Proforma Rechnung: "dann mach das doch mit der Proforma..."
Der Kollege wird nochmal losgeschickt, die Pakete holen. Kommt damit an den Schalter, und ich sehe schon von weitem die aufgeklebte, transparente Plastiktasche, auf der in grossen, fetten Buchstaben das Wort "INVOICE geschrieben ist.

"Da ist doch die Rechnung drin", sag ich denen, "steht doch drauf"
Ja, also wird's die Plastiktasche aufgemacht,... und tatsächlich, die langgesuchte Rechnung ist gefunden !!! Hurra.

So, sie gibt also die Rechnung und die Versandpapiere an den Zollbeamten weiter.
Und meinte zu mir noch, wir können ihnen das Paket hier nicht ausliefern, das wird an die Post von Ihrem Wohnort zur Auslieferung weitergeleitet.
Hipp, hipp, hurra, ich lache gross auf, und frage "das ist doch wohl nicht möglich??"
"Doch, das ist so..."
So, heute ist der 10.Januar. Die Benachrichtigung war datiert am 03.01. ich vermute aber, dass das Paket schon Ende des Jahres angekommen ist (Neujahrsfeiertage, obligé...)
Jetzt geht das Paket wahrscheinlich morgen an meine "Dorfpost", die mir das sicherlich auch nicht ausliefern wird, sondern (wie in 90% der Fälle) nur eine Benachrichtigung in den Briefkasten knallt.
Mit Glück habe ich die am Freitag, vielleicht auch erst am Samstag oder Montag.
Dann werde ich also nochmal zu unserer Dorfpost fahren, mich dort an die Schlange stellen, um mein Paket abzuholen.

Da ich tagsüber meistens nicht im Hause bin, fällt der Freitag wahrscheinlich flach, Samstags arbeiten, na gut, nur wenn ich lustig bin, also werde ich das Paket wohl am Montag haben, also dem 15.01.

Also werde ich wohl meinen Kunden sagen können
"Ja, Deine Ersatzteile sind seit Anfang Januar da, aber du wirst noch bis nächste Woche Deine Maschine still stehen lassen. Die Teile bekomme ich erst dann aus dem Zoll raus.

Mich hat die Aktion heute 1.1/2 h gekostet (mit Anfahrt) = total überflüssigerweise verschwendete Zeit.

Tja, das geht nicht nur mir so, sondern eigentlich allen Firmen, und auch Einzelpersonen.
Inlandspakete (aus Frankreich) laufen eigentlich problemlos durch, wenn die Rechnungen oder zollerklärungen dabei liegen.

Pakete aus anderen EU-Ländern muss ich zu 80% zum Zollpostamt.
Egal ob kostenfreie Sendungen, oder Warensendungen.
Wenn eine französische Rechnung dabeiliegt, dann bekomme ich manchmal auch direkt eine Benachrichtigung vom "Dorfpostamt"
Abholen muss ich die dann aber selbst - denn die MWST und Zoll kassiert der Briefträger nicht.

(Anmerkung: die Päckchen von meinen Eltern, die an meine Kinder adressiert sind laufen meistens durch - da wissen die inzwischen, dass Oma nur ein paar Süssigkeiten reingepackt hat)

Pakete aus nicht EU-Ländern, da muss ich zu 100% zum Zoll, egal ob Rechnung dabei ist, oder nicht, egal aus welchem Land, egal, ob das nur Mustersendungen, oder ähnliches sind.
Päckchen, wo "Muster" etc. draufsteht, gehen aber meist auch durch, wenn sie klein sind.

Lang lebe die Burrocratie. Hipp hipp hurra....

++++

So, wäre ja nicht so schlimm, wenn einem sowas nur ein oder zweimal im Jahr passieren würde.
Aber derartige Sachen erlebt man ein-zweimal die Woche.
Wenn man Pech hat kann's auch mal öfters sein.
Sowas wurmt und nagt natürlich.
Wenn die Geschäfte gut gehen, na, dann steckt man das weg und lacht sich schlapp (so mache ich das jedenfalls).
Aber, wenn man so schon Probleme hat über die Runden zu kommen, dann kriegt man schnell die Heissglut bei solchen Angelegenheiten.

Ich jedenfalls verliere damit im Wochenschnitt sicherlich 3 h
Fast 10% einer 35h Woche.

Persönlich verdiene ich vernünftig - und sage mir, dass dies der Preis der Sonne ist.
Ich erwarte aber auch (wesentlich) mehr zu verdienen - sonst würde ich das auch nicht mitmachen.
Titus
 
Beiträge: 65
Registriert: Mittwoch, 20. Dez 2006 23:09

Die französische Post...

Beitragvon rolf.imig » Mittwoch, 10. Jan 2007 10:25

Hallo Titus,

danke für Deinen ausführlichen Erfahrungsbericht!

Also mit der Post haben wir auch schon so unsere Problemchen gehabt (und das als Privatkunde).

Sei es, dass Postangestellte überhaupt nicht wissen, das es inzwischen so etwas wie Internet gibt (Originalzitat: "Soso, ein 'Online-Konto' ?! ... hmmm... ja, ich versuche, Ihr Problem zu verstehen..."), oder dass weiterhin unverschämte Gebühren für EU-Überweisungen abgebucht werden, obwohl seit Jahren verboten!

Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass die französische Post (und wahrscheinlich die reunionesische Post noch verstärkt) sich als "Insel der Glückseligkeit" sieht, ohne jeglichen Leidensdruck, auch nur mal ein kleines bisschen mit der Zeit zu gehen oder wie in Deinem Beispiel zwei Worte Englisch zu lernen.

Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben... :D
Rolf Imig, Forum-Administration von Insel-Reunion.de
Benutzeravatar
rolf.imig
Site Admin
 
Beiträge: 33
Registriert: Samstag, 02. Apr 2005 12:43
Wohnort: Köln

Beitragvon Titus » Donnerstag, 11. Jan 2007 10:03

Oh Rolf, bei der Poste geht das eigentlich mit den Bankspesen.
Ich habe da im April eine Überweisung nach Deutschland gemacht (4.500 Euro) und die haben mir dafür 2.95 an Gebühren abgezogen.
Bei den Banken hätte mir das 26.50 Euro gekostet (Banque de la Réunoin)

Das sind eh "moderne" Piraten.
Seit Euro-Einführung schlagen die zu wie sonstwas.
Bei einigen Leistungen waren die ja schon vorher sauteuer (wie o.g. überweisung), aber seitdem schlagen die auch kräftig auf die anderen drauf, die vorher kostenfrei waren.
Ich hatte jahrelang keinerlei Kontoführungsgebühren bei denen.
Plötzlich fingen die mir an 15,xx Euro monatlich für mein Geschäftskonto und 5,xx für mein Privatkonto abzubuchen.
Und die anderen Spesen (wo sie im Europaschnitt schon viel zu teuer waren) wurden natürlich keinen cent gesenkt, sondern teilweise auch noch angehoben.
Sogar am Kontoauszugsdrucker stand irgendwann ein Schild: Spesen 1.55 für den Ausdruck eines Kontoauszuges.
Und andere haben plötzlich Bareinzahlungen berechnet !! 3.50 pro Bareinzahlung (BNPI)
Dazu kommt noch, dass zwischenzeitlich sämtliche Kassen weggefallen sind. Die BR hat so z.B. nur noch Briefkästen wo Du Dein Bargeld im Umschlag reinschmeissen kannst. Natürlich ohne Zählung und Quittung.
Das ist nicht so mein Fall, habe keine Lust irgendwann vor dem Problem zu stehen, nachweisen zu müssen, dass ich wirklich da Geld reingesteckt habe - und die evtl. behaupten der wäre leer gewesen.
Na ja, ich habe denen deswegen Adieu gesagt.

Bei der Poste habe ich z.B. nur Kontoführungsgebühren von 3.oo im Monat. Und Kassen haben die auch immer noch - und werden die wohl auch nie ganz abschaffen können.
Titus
 
Beiträge: 65
Registriert: Mittwoch, 20. Dez 2006 23:09

Beitragvon masiedlion » Sonntag, 25. Feb 2007 14:01

Ich habe fast zwei Jahre auf der Insel Reunion verbracht und stimme den Aussagen von 'Titus' und 'Kessler' uneingeschränkt zu. Ich habe die Konsequenzen gezogen und die Insel verlassen wie schon so viele andere europäische Investitionswillige zuvor. Tatsache ist, dass kaum europäische Firmen auf der Insel Fuss gefasst haben - warum wohl? Es ist schon schwer genug für einen Franzosen, noch schlimmer für eine Französin, geschweige denn für einen Europäer bzw. Europäerin mit all den schon genannten Widerwärtigkeiten auf der Insel fertig zu werden. Als Frau hat man es nochmal um das Vielfache schwerer sich dort durchzusetzen. Das braucht man sich nicht anzutun, weil es anderswo leichter und besser geht und man mehr vom Leben hat. Die Korruption auf der Insel ist kein Geheimnis und jeden Tag in den Medien; die diversen Bürgermeister sind da im Spiel wie gewisse Familien.
Fazit: gerade gut zum Ferien machen und selbst da liegt Vieles im Argen: ich denke da an die unzähligen primitive Snackbars sogar an den schönsten Stränden, Dreck und Abfall nicht nur an den Stränden, in den Feldern, im wilden und unberührten Hochland und seinen Schluchten, und da wäre noch viel mehr bezüglich der Behandlung von Mitmenschen, bzw. Misshandlung, nicht nur von Frauen, und ebensoschlimm oder sogar schlimmer von unschuldigen und ausgelieferten Kreaturen wie Haustieren etc. zu sagen, was hier nicht zum Thema gehört. Das ist alles sehr sehr Schade für die Insel.
masiedlion
 
Beiträge: 1
Registriert: Sonntag, 25. Feb 2007 11:18

Beitragvon Solian » Donnerstag, 16. Aug 2007 08:25

Schade.

Eigentlich interessiere wir uns für Reunion auch aus dem Grund, Deutschland zu verlassen, weil der künstlich geschürte Terrorismuswahn, die zunehmende Auslandsbeteiligung deutscher Soldaten und die fortschreitende Bürokratisierung für die nahe Zukunft nichts Gutes mehr verheißen.

Das es woanders anders ist, liegt in der Natur der Sache. Sonst bräuchte man sich ja auch keine Gedanken über einen Ortswechsel zu machen.
Und das man viele hiesige Probleme gegen andere dort austauschen wird, haben wir uns auch nicht anders vorgestellt.

Allerdings ist es immer schwierig, die Meinungen meiner Vorposter zu bewerten.
Nicht nur, weil es ja nur wenige sind, sondern auch, weil ich festgestellt habe, daß das Auswandern (jetzt konkret im Beispiel "Spanien" vor etwa 20 Jahren) von einer bestimmten Gruppe von Leuten praktiziert wurde, die eher aus der alternativen Bewegung her kamen und schon in Deutschland große Probleme hatten, sich eine wirtschaftliche Basis zu erarbeiten.
Wenn diese da (oder auch in einer romantischen Holzfällerhütte in Kanada) Schiffbruch erlitten, war dann immer das Land schuld.

Da mit man mich klar verstehe:
Ich möchte das keinem meiner Vorredner unterstellen, sondern nur anmerken, daß man solche Berichte im Vieraugengespräch anders beurteilt als im zwiegesprächlosen Forenbeitrag.
Da sähe man schnell, wie derjenige "gepolt" ist.
Ich bitte deshalb auch von entsprechenden rechtfertigenden Antworten abzusehen.

Die schnelle Mark gibts nirgendwo und nur weil die Sonne scheint, sind die Leute auch nicht besser drauf.
Für mich stellt sich die Frage, ob ich als Gründer eines seit über 2 Jahrzehnten bestehenden und gut wirtschaftenden Betriebs im Bereich Kunststoffverarbeitung das Gleiche noch mal auf Reunion schaffen würde.

Mich reizt die geografische Lage, die politische Anbindung an (das uns doch seelenverwandte) Frankreich, welches aber weit weg ist, was sicher zu einer legeren Einstellung zur Regierung führt.
Ein funktionierendes Gesundheitswesen und gewisse soziale Standards sind für jemand, der die zwanzig schon deutlich überschritten hat, auch nicht zu verachten.
Verzichten können wir dafür auf die Goldgräbermentalität, wie es sie in z.B. einigen afrikanischen Ländern gibt.


Aber bei dem, was ich hier bisher gelesen habe, gibts außer der schönen Gegend und des angenehmen Klimas nur Schwierigkeiten.
Mich würden deshalb auch Meinungen von Leuten interessieren, die eher auf klassische Art (außerhalb des Tourismus) gewohnt sind, ihr Geld zu verdienen.
Also Leute mit einer Schreinerei, einer Autowerkstatt oder meinetwegen auch mit einer Wurstfabrik.
Meine Frau besitzt fundiertes kaufmännisches Wissen, Bereich Gesundheitswesen.
Wie sähe es dort mit einer Betätigungsmöglichkeit aus?


Viele Grüße
Solian
Zuletzt geändert von Solian am Dienstag, 30. Okt 2007 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
Solian
 
Beiträge: 2
Registriert: Dienstag, 14. Aug 2007 22:05

Wirtschaft auf Réunion

Beitragvon Gérard » Donnerstag, 16. Aug 2007 08:59

Um alles oben gesagte nochmals zu verdeutlichen und zu unterstreichen:

Die Insel Réunion ist sicher eine der schwierigsten Geschäftsregionen der Welt! Zum einen die insulare Lage und der dadurch bedingt reduzierte Absatzmarkt, sowie die Abhängigkeit von dem Goodwill der intervenierenden Personen! Zum anderen durch den Trugschluss, daß die Réunion an Europa angebunden ist und alles somit leichter und transparenter wäre!

Viele, bereits anders erfolgreiche Unternehmer haben es auf Réunion versucht, sind gescheitert und haben daraufhin in anderen Ländern Vermögen gemacht.

Der Sprung auf die Réunion ist riesig und ich kann jedermann nur empfehlen, die ersten Schritte in Kontinentalfrankreich zu machen, um dann eventuell auch auf Réunion zu investieren.

Ich selbst habe auf Réunion ein Naturpharmalabor betrieben, plus Ladenkette mit 5 Bioläden, in denen ich Anteile hatte. Ich war froh, das alles nach ein paar Jahren kostendeckend verkaufen zu können.

Freimaurer zu sein auf Réunion ist schon mal ein großer Vorteil, die Schmiertechnik der Verwaltung muss perfekt beherrscht werden, man muss wissen, daß Zusagen und Beziehungen sind nichts wert sind und sich alles und jeder gegen eine Investition von Ausländern zur Wehr setzt. Was nicht heissen mag, daß man nicht gute Geschäfte machen kann, doch nur mit Methoden die entweder in der 68er Bewegung zu finden sind oder auf Sizilien.

Die Insel wird historisch und auch heute noch genauso von einigen wenigen Gruppen total beherrscht. Die hohen Beamten Frankreichs, die Freimaurer und einigen wenigen reunionesischen Familien, die man einer Hand aufzählen kann. Alles was nicht in diesen Kategorien ist, sind Mitläufer und Freiwild. Der Hauptteil der Bevölkerung ist sozial schwach und nimmt jeden Strohhalm war, um von der Insel zu verschwinden.

Es gibt andere Länder, die wesentlich interessantere Bedingungen aufzeigen, ohne jetzt zu "Goldgräberstaaten" zu werden! Kunststoffverarbeitung scheint mir in aufstrebenden Staaten sehr gefragt zu sein, warum auf die Sklerose-insel Réunion auswandern? Das Argument mit der Gesundheitsvorsorge zieht natürlich, obwohl diejenigen, die es sich leisten können, zu Ärzten nach Paris fliegen.

Die Réunion ist ein Universum für sich, das Aussenstehende, noch dazu mit einer treuen deutschen Mentalität nur schwer durchschauen können! Urlauber sind begeistert, Studenten auch und alle anderen leben dort mit ihren von Europa kommenden Einkünften oder von ihrem kleinen, bescheidenen Betrieb. Die Energie allerdings, die diese Kleinunternehmer in ihre Firma stecken müssen, würde anderswo mit Gold aufgewogen werden!
Gérard
 
Beiträge: 72
Registriert: Mittwoch, 22. Nov 2006 17:49

Handwerk

Beitragvon Kimba » Donnerstag, 30. Aug 2007 13:06

Hallo Solian,
Beispiele gibt es: Wolf hier aus dem Forum als Tischler, eine deutsche Bäckerei oder Metzgerei würde in den grossen Städten auch gut laufen. Ein Deutschen hat sein Glück in -wirklich witzigen- T-Shirts gemacht ("Pardon").
Es gab mal eine deutsche Kneipe, jetzt nur noch elsässisch: 3 Brasseurs, aber immerhin mit Bier und Sauerkraut.
Für gute Installationstechniker oder Mechaniker besteht ein dringender Bedarf. Problem: Anerkennung von "Diplomen", Akzeptation eines ev. höheren Preises durch die Kunden.
Viel Glück,
Kimba.
Ich lebe auf La Réunion und gebe gerne Tipps: c.kindler(at)gmx.fr

Bis dann,
Kimba.
Kimba
 
Beiträge: 114
Registriert: Freitag, 09. Dez 2005 09:05
Wohnort: Saint Denis de La Réunion

Nächste

Zurück zu Jobs & Arbeiten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste