Chikungunya-Fieber auf La Réunion

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Moderator: Deborah Imig

So schlimm ist es gar nicht mehr

Beitragvon mgrieme » Samstag, 04. Mär 2006 14:22

Hallo Zusammen,

meine Frau und ich sind gestern zurückgekommen, es waren wunderschöne Tage. Wir waren 8 Tage meistens an der Westküste (zwischen St. Gilles les Bains und St. Pierre), viel auch in den Bergen und Cirques (Cilaos und Salazie). Es gibt fast keine Mücken mehr, jedenfalls haben wir kaum noch welche gesehen, auch nach heftigen Regenfällen nicht. (Das stimmt übrigens: es kann richtig gießen, aber nach spätestens 2 Stunden scheint die Sonne wieder)

Bei der Einreise am Flughafen werden alle Touristen mit Flugblätern über die notwendigen Maßnahmen unterrichtet. Mein Eindruck ist, dass man die Lage mitlerweile ganz gut im Griff hat. Es wurde ja mitlerweile auch richtig Geld "verpulvert". Die Statistiken von insgesamt 180.000 Infizierten usw. sagen gar nichts über die Zahl der aktuell Betroffenen, also tatsächlich erkrankten Personen aus. Die meisten sind wahrscheinlich schon lange wieder gesund. Und nicht jeder Infizierte wird tatsächlich davon krank.

Trotzdem haben wir alle Vorsichtsmaßnahmen beachtet und uns 2 x am Tag mit "Pré Butix" Lotion Spray eingesprüht , ein hochwirksames Anti Moustique Spray, das nicht stinkt und nicht klebt. (Gibts in jeder Pharmacie für ca. 8 Euro die Dose, eine Dose reicht locker für eine Person und Woche) Nach 5 Tagen stellte sich dann heraus, dass das Spray offenbar mit dem Sonnenschutz von Nivea reagiert und dabei leichte Hautrötung verursachen kann. Ist aber am nächsten Tag wieder weg. Ansonsten: Räucherspiralen auf der Terasse beim Essen. Das Ergebnis: Kein einziger Insektenstich. Direkt am Strand, wo es immer windig war sowie oberhalb 800m ü.N. kann man sich übrigens bedenkelos ohne Mückenschutz aufhalten.

Wir hatten nicht den Eindruck, das öffentliche Leben sei gelähmt oder der Tourismus läge am Boden. Der Verkehr war sehr dicht und die Einkaufsstraßen waren durchaus belebt. Viele fuhren auch im Süden mit offenen Fenstern herum oder gingen mit nacktem Oberkörper ihrer Beschäftigung nach, hin & wieder stank an der Kasse im Supermarkt mal wieder jemand entsetzlich nach Autan oder anderen Mitteln.

Auf der Webcam des Hotels Boucan Canot (www.boucancanot.com) kann man übrigens sehen, das die Strände keineswegs menschenleer sind.
Viel schöner zum baden ist übrigens der einsame Strand mit schwarzem Vulkansand bei L´Etang Salée, aber Vorsicht: der Sand kann sehr heiß werden! Und nicht weitersagen, sonst wird´s dort auch noch voll :-)

In Anbetracht dieser Lage wäre eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ein Treppenwitz, wo doch bei uns die Vogelgrippe angeblich Leib und Leben der gesamten Bevölkerung bedroht.

Also Leute, lasst euch nicht kirre machen: seht zu, dass ihr hier weg kommt. La Reunion ist und bleibt ein wunderbares Reiseziel, und etwas gelassener macht es nochmal soviel Spaß!

Grüße
Michael & Monika
mgrieme
 
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Beitragvon Titus » Samstag, 04. Mär 2006 16:45

@ Matthilda
Air France und Corsair buchen im Moment kostenlos um(d.h. Flug kann ohne zusätzliche Gebühr verschoben werden). Müsstest schon Deinen Reiseveranstalter fragen, ob das möglich wäre.

Ansonsten kann ich ehrlich gesagt keinen echten Rat bieten - muss wohl jeder selbst entscheiden.

Die ersten Fälle hier gab's ja schon gut vor einem Jahr. Von meiner (direkten) Familie hat es seitdem ja auch ohne grossen Schutz niemanden erwischt.
Ich selbst hatte mir aber vor gut einem Jahr was zugezogen, wovon ich vermute dass es die Chikungunya war.
Gut, ging auch vorbei, war ein paar Tage gut schlapp - aber das war's dann.

Da Ihr ja anscheinend recht jung seit (Hochzeitsreise...) gehört ihr eigentlich nicht zu den stark gefährdeten Personengruppen (Kranke, Senioren, Kleinstkinder, Schwangere).

Mit einem bissl persönlichen Schutz (Creme/Spray) sollte Ihr eigentlich kein grosses Risiko haben.
Zudem sind im Moment echt wenig Mücken hier- wurden alle verpulvert- und heute zieht auch noch ein kleiner Sturm in der Nähe der Insel lang, der den restlichen Mücken erstmal den garaus machen sollte.

Welche Unterkunft habt Ihr denn gewählt??
In den grösseren Hotels sehe ich eigentlich null Risiko.
Am Strand selbst sind auch nie Mücken.

Und sollte noch eine Klimaanlage im Zimmer sein- na, dann getraut sich eh keine Mücke in Eure Nähe.

Cheers
Titus

PS: bitte bringt uns keine Grippe mit , hihi
Titus
 

noch immer unentschlossen...

Beitragvon Matthilda » Montag, 06. Mär 2006 13:06

Hallo Forumsmitglieder,

vielen Dank für die Infos. Unser Reiseveranstalter würde uns nur mit den üblichen Entschädigungen bei Reiserücktritt stornieren lassen. Nach einigem "Beknieen" wurde uns nun eine andere Reise angeboten, allerdings wissen wir noch nicht, wie hoch die Stornogebühren sind. Außerdem ist das nun nicht mehr unser Traumreiseziel.

Ehrlich gesagt, schwankt mein Gefühl je nach Lage der letzten Berichterstattung. Bis Ende letzter Woche waren wir der Meinung, wir fliegen und bereiten uns halt gut vor. Nach der Einreisewarnung des österreichischen Außenministeriums war das dann wieder gekippt. Wir haben am Samstag mit einem Tropenmediziner gesprochen, der uns davon abgeraten hat. Er meinte, der ganze Tourismus sei auf Reunion zusammengebrochen...

Klar, eure Einträge klingen da anders und ihr müsst es ja auch wissen, ihr ward je eben erst dort. Aber ich befürchte dennoch, dass wir den Urlaub dann gar nicht mehr genießen können, wenn wir jedesmal panisch werden, wenn es anfängt zu summen...

Ich weiß schlicht nicht, wie man hier entscheiden sollte... Vernunft oder...?

@Titus:
Wir haben einmal das Iloha Village in St. Leu und dann das Hotel Domaine de Jamroses im Norden.

Matthilda
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Beitragvon titus » Dienstag, 07. Mär 2006 08:48

Hallo Matthilda,

das Iloha Village kenne ich. Die Ecke wo das liegt (Pointe des Piments in St. Leu) ist eine der trockensten Ecken der Insel.
Das dürfte da so gut wie mückenfrei sein.

Das Hotel Domaine des Jamroses ist in La Montagne, kenne ich nicht persönlich.
Das ist ein Ortsteil von St.Denis der in ein paar hundert Meter Höhe auf'n Berg über St.Denis (daher auch der Name: La Montagne = der Berg).

Klimatisch ein paar Grad kühler - eigentlich kühl genug, dass man keine Lust hat, die Klimaanlage einzuschalten.
Die Vegetation des Viertel ist eher tropisch grün, also auch gut für Mücken.
Da müsste man sich die Umgebung schon mal selbst anschauen, um mehr drüber sagen zu können...
titus
 

Beitragvon Matthilda » Dienstag, 07. Mär 2006 12:37

Hi Titus,

danke für die vielen Infos!
In einer Statistik (ich habe in den letzten Tagen so viel zum Thema gelesen und kann schon gar nicht mehr sagen, wo genau dieses) hatte ich St. Leu als einen der am "schwersten betroffenen Orte" ausgemacht. Ist St. Leu eine größere Stadt, kann es daran liegen? Oder vielleicht war auch die Info falsch... Kannst du zum Iloha an sich was sagen?

Wie ist die Chik-Situation jetzt? Unsere Reise startet nächsten Donnerstag. Nach den positiven Meldungen hier, sind mein Mann und ich jetzt auf dem Trip, das auch wie geplant durchzuziehen, da der Reiseveranstalter uns nicht entgegen kommt und Reunion nun mal unser Traumziel war/ist...
Ich nehme an, du würdest das meinungstechnisch unterstützen? Lebst du dauerhaft auf Reunion?

Matthilda
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Beitragvon Titus » Mittwoch, 08. Mär 2006 14:41

Hallo Matthilda,

schon doof, Euer Reiseveranstalter. Der hätte keinerlei Extrakosten (ausser ein bissl Arbeit), da sowohl die Airlines, als auch die Hotels Stornierungen im Moment problemlos akzeptieren.

St.Leu: muss man in verschiedene Viertel einteilen. Küste- und Hochland (ca.300-500m über NN)
In den Höhenlagen ist es meist wesentlich grüner, auch mehr Regen, also auch für Mücken bessere Grundlagen zum Brüten, etc.

Da wo das Iloha ist, dass ist praktisch eine der trockensten Ecken der Insel.
In der Trockenzeit sieht man da km-weit nur verdörrte Savanne.

Chik-Situation: keine echte Ahnung.
Was so in den Medien vorletzte Woche an Zahlen gekommen sind - da schlackerte ich nur mit den Ohren.

Hatte neulich mal irgendwo gesehen, dass wohl nur 2 Laboratorien in Frankreich (u.a.Pasteur) Bluttest dafür machen - wobei das Pasteur Institut wohl nur eine Kapazität von 400 Test/Tag haben soll.
Hörte aber in den Medien Zahlen von wesentlich mehr pro Tag...

Weiss nicht, ob das jetzt einfach nur Hochrechnungen waren, oder Schätzungen.
Jedenfalls waren das immer wesentlich mehr Fälle, als von den Laboratorien (kapazitätsmässig) nachgewiesen werden konnten.

Jedenfalls, ich hab soviel von dieser Geschichte gehört - wenn die im Moment was drüber bringen, dann höre ich gar nicht mehr richtig hin.
Habe daher in der letzten Woche den Anschluss über die allgemeine Entwicklung verpasst.

In meinem Viertel jedenfalls kenne ich nur einen, der das kürzlich bekommen hat (mein Chinesischer Boutiquaire = Tante Emma Laden Besitzer)
Bei dem war's nach 3 Tagen wieder weg.
Gestern bekam meine Lebensgefährtin wohl einen Anruf von einer Arbeitskollegin aus'm Nachbarort - die hat's jetzt jedenfalls auch, und macht erstmal krank.

Statistiken habe ich mir gar nicht angeschaut.
Hätte auch eher eine geringe Aussagekraft - kann ja sein, dass die Fälle in St.Leu schon vor ein paar Monaten waren.

Mein Viertel hatte z.B. monatelang gar keine - und im Februar ging's hier dann so richtig doll los.
Vor 10 Tagen haben die dann nachts das ganze Viertel mit Insektenmitteln behandelt - und ich hab seitdem keine Mücke mehr zu sehen bekommen.

So gesehen ist das fast zum Vorteil geworden, wenn ein Orts schon viele Fälle hatte. Dann wurde da wenigstens was dagegen gemacht - und da gibt's dann viel weniger Mücken = geringe Chance sich was einzufangen.

Und da man nach Erkrankung imun dagegen wird, ist auch die mögliche Übertragungsdichte kleiner.

Ich geniesse das jedenfalls zur Zeit - ein paar schöne mückenfreie Tage :)- hab' ich bei mir im Sommer nicht so oft.

Nächste Woche sollen die wohl nochmal mit ihren Sprühmaschinen zu uns kommen. Prima.

Lasst Euch jedenfalls nicht verrückt machen. Ich glaube, das Ihr weniger Probleme haben solltet, als Ihr denkt.

Versucht aber mal am besten einen Mietwagen zu nehmen. Ist hier wesentlich einfacher, um rumzukommen.

Viel Spass & gute Reise
Titus






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Titus
 

Beitragvon mgrieme » Mittwoch, 08. Mär 2006 19:18

Ich kann Titus nur zustimmen. In St. Leu gibt es wahrscheinlich keine einzige Mücke mehr, zumindest unten am Meer nicht. Das Leben dort im täglichen Stau und auf dem Markt ist völlig normal. Wir waren letzte Woche dort.
Die Presseberichte mit kumulierten Statistiken, die großteils auf Schätzungen beruhen und von nicht sachkundigen Agenturen in alle Redaktionen verbreitet werden, wo sie von ebenfalls nicht sachkundigen Journalisten einfach abgedruckt werden, sagen NICHTS über die aktuelle Situation vor Ort.
Lasst euch euer Traumziel nicht vermiesen.
Viel Spaß!
Michael
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Beitragvon Matthilda » Donnerstag, 09. Mär 2006 07:42

Hallo Michael, hallo Titus,

vielen Dank für die Info. Mein Mann und ich haben dank der Beiträge hier jetzt etwas mehr Ruhe in die Sache gebracht und freuen uns (wieder) auf die Reise. Jetzt müssen wir lediglich noch unser Umfeld etwas beruhigen... :lol:

Ja, an der Sache mit den Medien wird sicher viel dran sein. So wurde in Dtl. ja auch immer von 77 Toten berichtet, was ein Tropenarzt uns gegenüber als vollkommenen Humbug bezeichnet hat. Seit Anfang der Woche hört man hier auch nichts mehr von dem Thema; wahrscheinlich hat sich ein neues Reißerthema gefunden.

Also, nochmals vielen Dank für eure Antworten!

Matthilda
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Chik auf den Maskarenen

Beitragvon humboldt » Montag, 13. Mär 2006 13:20

Hallo Zusammen,
ich komme gerade von den Maskarenen (1 Woche Reunion, 1 Woche Mauritius) zurück. Zur Chik-Situation kann ich Folgendes sagen:
1. Auf Reunion wird der "Seuche" mit "business as usual" begegnet. Wir haben keine Mücken gesehen. Die ganze Panik vor der Reise hat sich nicht gelohnt und hat von der wunderschönen Insel den Wunsch nach einer Rückkehr ausgelöst.
2. Auf Mauritius wird in den Medien vor Chikungunya heftigst gewarnt und Vorsichtsmassnahmen vorgeschlagen. Ich hatte das Gefühl, dass die Behörden und die Hotels leicht panisch reagieren. Wir wurden auf Mauritius mehrmals von Mücken gestochen, sind von Chikungunya allerdings verschont geblieben. Die Infrastruktur ausserhalb der Hotels ist sehr "afrikanisch" und mit Reunion nicht zu vergleichen. Mittlerweile wird überall begast und es sind Warnhinweise auf Bussen und Hauswänden zu lesen.

Abschließend möchte ich sagen, dass sich niemand den Urlaub auf Reunion verderben lassen sollte. Die Behörden und die Hotels begegnen Chik äusserst professionell. Die Bevölkerung ist absolut gelassen und es werden überall Witzchen gemacht.

Leute, fahrt nach Reunion, es lohnt sich.

Gruß

humboldt
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Unsere Hochzeitsreise.... Mauritius und Reunion

Beitragvon steffenmandl » Sonntag, 26. Mär 2006 21:36

Hallo,

wir sind gerade in der gleichen Situation wie Matthilda.... fliegen wir oder nicht. Bis morgen müssen wir uns entscheiden, dann kommen wir aus der Reise noch kostengünstig raus. Wir haben alle eure Berichte gelesen und sind jetzt auch auf dem Stand: WIR KOMMEN und machen unsere Rundreise (Stadt und Land).

Kann uns jemand eine aktuelle Meldung zur Chik-Situation geben ??

vielen DANK und Grüße
Mandy & Steffen :)
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Communique

Beitragvon humboldt » Dienstag, 28. Mär 2006 08:46

Hallo Zusammen,
hier mal wieder ein aktuelles Communique zur Chik-Situation auf Reunion.
Wie man sieht, ist die Infektionsrate rückgängig. Der Frühling naht !

http://www.invs.sante.fr/presse/2006/le ... 230306.pdf

Gruß
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Gesund und munter zurück!!!

Beitragvon Matthilda » Montag, 03. Apr 2006 08:34

Hallo Forumsmitglieder,

mein Mann und ich sind am vergangenen Freitag von unserem Maskarenenaufenthalt zurückgekommen... gesund und munter und voller wunderbarer Eindrücke.
Unseren Aufenthalt auf Reunion möchten wir nicht missen und wir sind heilfroh, dass wir nicht umgebucht haben. Abgesehen davon, dass unser Hinflug storniert wurde und wir über Paris fliegen mussten (wir vermuten aufgrund vieler Reisestornierungen hat sich der Flug für Air Mauritius nicht mehr gelohnt) verlief die Reise ohne Probleme. Die Reunionesen haben wir als recht relaxed empfunden. Wir haben während der Zeit dort keine Mücke gesehen, haben aber auch konsequent auf Mückenschutz geachtet. Was wir allerdings festgestellt haben, ist, dass relativ wenig Touristen dort waren. Die Hotels waren nicht sehr voll und generell hat man eher Einheimische als Touris gesehen (was uns nicht weiter gestört hat). Die Insel ist ganz wunderbar und wir haben uns fest vorgenommen, irgendwann noch einmal dorthin zu fliegen.
Auf Mauritius (von wo ja auch Chik-Fälle gemeldet wurden) haben wir eher erstaunte Blicke geerntet, wenn wir nach Chik gefragt haben. Die übliche Reaktion war: "Chik? Das ist doch diese Krankheit, die auf Reunion grassiert." Dort wurde ich einige Male gestochen, aber ich denke, dass ich verschont geblieben bin.

Daher unsere Empfehlung an alle, die vor der Entscheidung stehen, nach Reunion zu fliegen: lasst euch bloß nicht verrückt machen und macht den Trip!!!

Viele Grüße!
Matthilda
 
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Noch keine Entwarnung

Beitragvon ortwin » Donnerstag, 04. Mai 2006 18:31

Hallo in Deutschland,

im Moment stagniert die Epidemie mit rund 3 000 neuen Fällen pro Woche, was aber leider noch keine Entwarnung bedeutet. Während des Australwinters, der ja nun bald beginnen wird, wird die Mückenpopulation sicherlich etwas zurückgehen. Der Inselpräfekt geht aber leider derzeit davon aus, dass sich ab Oktober/November die Situation wieder verschlechtern könnte, wenn die große Hitze wieder anfängt. Sicherlich sollte man niemand von einer Reise hierher abraten, sondern sich einfach konsequent schützen (mit den bewährten, lokal erhältlichen Sprays etc). Die kommenden Monate sind unter den derzeitigen Bedingungen sicher noch am besten für eine Reise hierher geeignet. Da die Deutschen nach den Mutterlandsfranzosen, den Südafrikanern und den Mauritianern die viertgrößte Touristengruppe auf Réunion darstellen, würden ein paar mehr Touris aus Old Germany der durch die Chik-Epidemie stark angeschlagenen Wirtschaft der Insel sicher gut tun. Eine kleine Bemerkung zum Schluss: Was hier immer wieder auffällt und wirklich schade ist: das mangelnde Umweltbewusstsein mancher Zeitgenossen (Einheimische und Touris) verschlimmert die Chik-Situation. Die vielen illegalen Mülldeponien und viel zu vielen einfach in der Natur rumliegenden Autowracks (vor allem in den tief eingeschnitten Flusstälern in halber Hanglage, den so genannten "ravines") ziehen die Mücken geradezu an. Ein bisschen mehr Verantwortungsgefühl eines jeden Einzelnen könnte daher, auch auf diesem herrlichen Fleckchen Erde, sehr viel bewirken - in diesem Sinne: vive la Réunion, denn es ist wirklich ein kleines Paradies, wie ich als Deutscher, der jetzt seit sechs Jahren hier lebt, nur bestätigen kann.
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ein halbes Jahr nach la Réunion???

Beitragvon Michael/Augsburg » Samstag, 13. Mai 2006 12:07

[size=9]Bonjour à toutes et à tous,

Ich bin Michael (23 Jahre) und studiere in Augsburg. Ab Oktober kann ich für ein halbes Jahr nach La Réunion gehen, um dort als "assistant pédagogique" zu arbeiten

Die letzten Wochen war ich damit beschäftigt, mir von der Lage via Internet ein Bild zu machen.

Ich weiß daher schon ziemlich Bescheid, was die Krankheit anbelangt und habe immer geschwankt, ob ich diese Reise absage oder nicht.

Jetzt hab ich das Forum entdeckt. Die Beiträge, die ich gelesen habe, haben mich wieder eher dazu ermuntert, die Reise zu machen.

Die Entscheidung - ich weiß - werde ich selber treffen müssen. Meine Zweifel sind allerdings nach wie vor da. Schreibt mir doch bitte ein wenig von der aktuellen Lage dort, von der Hoffnung auf das Medikament "la Nivaquine" und gebt mir Tipps, ob ich "runterfliegen" soll oder nicht.

Michael[size=18]
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Zurück aus Réunion

Beitragvon KateMuc » Dienstag, 30. Mai 2006 07:17

Hallo an alle,

ich bin gestern von meinem 4-wöchigen Réunion-Aufenthalt zurückgekehrt und kann jedem nur empfehlen, sich durch die ganzen Berichte etc. nicht verrückt machen zu lassen und auf alle Fälle hinzufliegen. Es war einfach traumhaft. Ich muss heute wieder arbeiten, bin aber mit meinen Gedanken noch weit weg im Indischen Ozean. Réunion hat sehr unter der Chikungunya-Epidemie zu leiden. Unter vorgehaltener Hand wird dort davon gesprochen, dass es noch zwei bis drei Jahre dauert, eh sich alles wieder 100%ig erholt hat. Mein Freund wollte dort mit seiner Firma sesshaft werden und kommt aber jetzt wieder nach Deutschland, da es kein Geschäft zu holen gibt. Das ist sehr traurig.
Man sollte sich wegen der Mücken nicht abhalten lassen, diese wunderschöne Insel zu besuchen. Ich glaube, die Menschen haben einfach vergessen, dass man sich in tropischen Ländern IMMER vor Mücken schützen muss, da es auch noch andere übertragbare Krankheiten gibt, die teilweise schlimmer sind als Chikungunya. Ich hatte auch ein paar Mückenstiche, die man wahrscheinlich auch mit intensivstem Schutz nicht vermeiden kann. Falls jemand noch Fragen hat oder Informationen braucht, steh ich gern zur Verfügung.

Katharina
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